Was ist der Maximum Drawdown (MDD)?
Der Maximum Drawdown (MDD) ist eine Kennzahl, die den größten Rückgang eines Portfolios oder einer Anlage von ihrem Höchststand zu ihrem Tiefststand misst. Er gibt an, wie viel Prozent des Portfoliowerts zwischen einem Höchststand (Peak) und einem anschließenden Tiefststand (Trough) verloren gegangen sind. Der MDD ist ein wichtiges Maß für das Risiko einer Anlage, da er zeigt, wie stark ein Portfolio in der Vergangenheit abgestürzt ist.
Formel für den Maximum Drawdown
Der Maximum Drawdown wird in Prozent ausgedrückt und wie folgt berechnet:

[
\text{MDD} = \frac{\text{Peak} – \text{Trough}}{\text{Peak}} \times 100
]
- Peak: Der höchste Wert des Portfolios vor dem Rückgang.
- Trough: Der niedrigste Wert des Portfolios nach dem Rückgang.
Beispiel für den Maximum Drawdown
Angenommen, ein Portfolio hat folgende Werte:
- Tag 1: 10.000 € (Peak)
- Tag 2: 9.500 €
- Tag 3: 8.000 € (Trough)
- Tag 4: 9.000 €
Der Maximum Drawdown wird wie folgt berechnet:

[
\text{MDD} = \frac{10.000 – 8.000}{10.000} \times 100 = 20\%
]
Das bedeutet, dass das Portfolio einen maximalen Verlust von 20 % gegenüber seinem Höchststand erlitten hat.
Warum ist der Maximum Drawdown wichtig?
- Risikomessung:
- Der MDD zeigt, wie stark ein Portfolio in der Vergangenheit abgestürzt ist, und gibt Anlegern eine Vorstellung vom maximalen Risiko.
- Psychologische Belastung:
- Ein hoher MDD kann für Anleger emotional belastend sein und zu panikartigen Verkäufen führen.
- Performance-Bewertung:
- Der MDD hilft, die Risiko-Rendite-Effizienz einer Anlage zu bewerten. Ein Portfolio mit hohen Renditen, aber auch hohem MDD, kann weniger attraktiv sein als eines mit moderaten Renditen und niedrigem MDD.
- Vergleich von Anlagen:
- Der MDD ermöglicht den Vergleich des Risikos verschiedener Anlagen oder Portfolios.
Einschränkungen des Maximum Drawdown
- Rückwärtsgerichtet:
- Der MDD basiert auf historischen Daten und sagt nichts über zukünftige Risiken aus.
- Zeitabhängig:
- Der MDD hängt vom betrachteten Zeitraum ab. Ein längerer Zeitraum kann einen höheren MDD zeigen.
- Keine Berücksichtigung der Erholung:
- Der MDD zeigt nur den maximalen Verlust, nicht aber, wie lange es gedauert hat, bis sich das Portfolio erholt hat.
Praktische Anwendung des Maximum Drawdown
- Anleger können den MDD nutzen, um ihre Risikotoleranz zu bestimmen. Beispiel: Wenn ein Anleger nur bereit ist, maximal 10 % Verlust zu akzeptieren, sollte er Anlagen mit einem MDD von über 10 % vermeiden.
- Portfolio-Optimierung:
- Der MDD kann helfen, ein Portfolio zu optimieren, indem Anlagen mit hohem MDD durch weniger volatile Anlagen ersetzt werden.
- Performance-Analyse:
- Fondsmanager und Trader verwenden den MDD, um die Risikobereitschaft ihrer Strategien zu bewerten und zu kommunizieren.
Beispiel aus der Praxis
- Technologieaktien:
Während der Dotcom-Blase (2000) erlitten viele Technologieaktien einen MDD von über 80 %. - Kryptowährungen:
Bitcoin hatte im Jahr 2018 einen MDD von über 80 %, als der Preis von fast 20.000 USD auf unter 4.000 USD fiel.
Fazit
Der Maximum Drawdown ist eine wichtige Kennzahl, um das Risiko einer Anlage oder eines Portfolios zu bewerten. Er zeigt, wie viel Verlust ein Anleger in der Vergangenheit maximal hätte hinnehmen müssen. Obwohl der MDD rückwärtsgerichtet ist, bietet er wertvolle Einblicke in die Risikobereitschaft einer Anlage und hilft Anlegern, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Hinweis: Der MDD sollte immer in Kombination mit anderen Kennzahlen wie der Rendite, der Volatilität und der Sharpe Ratio betrachtet werden, um ein umfassendes Bild der Performance und des Risikos zu erhalten.
